Wandern in den Vogesen

ist im Elsass Ganz anders als im Schwarzwald

Auch wenn es für uns gar nicht weit ist ins Elsass, es ist immer ein kleiner Urlaub für uns. Raus aus dem Alltag und ein klein wenig französische Lebensart. Die Vogesen entdecken, aus der Luft, mit dem Rad und zu Fuß.

Die ersten Jahre haben wir wenig mehr im Elsass gemacht als Fliegen. Aber mit der Zeit und vor allem als Alternativprogramm wenn das mit dem Fliegen wegen Wind und Wetter nicht war, haben wir uns mehr aus der Umgebung erschlossen. Zum Beispiel dorthinein wandern wo wir normal drüber fliegen.

Was uns dabei auffällt, ist vor allen, dass die Vogesen anders erschlossen sind als der Schwarzwald. Die Wege sind weniger. Die breiteren dienen der Waldwirtschaft und sind oft wegen derNutzung mit schwerem Gerät bei Nässe ausgefahren. Aber neben diesen Wirtschaftswegen gibt es sehr viele schmale Trails die tief ins Gelände führen und oft auch schon recht anspruchsvoll sind.


Le Rouge Gazon

Auf einem Ausflug zum Lac des Perches haben wir jetzt schon zum wiederholten Mal sogar Gämse entdeckt. Zum ersten Mal in den Vogesen und so nah dran wie noch nie!

Und über unser Erlebnis mit Schlange und Kröte wollen wir gar nicht zu sehr reden, seht selbst ….


Flechte im Wald © badenduo.de
Flechte im Wald © badenduo.de
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Fliegen ist nicht alles in Elsass 9
Fliegen ist nicht alles in Elsass 9
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Wenn der Südföhn weht ….

….., wird die Sicht in den Bergen klar, die Luft wird trocken, was normal im Dunst der Atmosphäre verschwindet, taucht klar am Horizont auf. Von den Gipfeln des Südschwarzwalds, aber vor allem von den Gipfeln der Vogesen aus, kann man am Horizont beim Blick in den Süden die Gipfel der Alpen erkennen.

Die sind immerhin fast 200 km entfernt. Möglich wird das Phänomen weil über die Gipfelkette der Alpen Luft aus aus den Südalpen aufsteigt, ggf. im Süden noch abregnet, den Hauptkamm Richtung Norden überquert und dann auf dem Weg nach Norden wieder in tiefere Lagen absinkt. Dabei wird die Luft erwärmt, sie trocknet dabei ab, die Luftfeuchtigkeit fällt drastisch ab und die Sicht wird klar. In den Bergen stellt sich bei deutlichem Südwind eine erstaunliche Fernsicht ein.

Blick vom Treh / Le Markstein bei Südföhn Richtung Süden/Schweiz

Am Horizont ist das Panorama der Berner Alpen zu sehen. Vom links nach rechts sieht man die folgenden Alpengipfel:
Das Wetterhorn (3692m) mit der Wetterhorngruppe,
das scharfgezackte Schreckhorn (4078m),
dann der höchste Gipfel der Berner Alpen, das Finsteraarhorn mit 4274m als spitze Pyramide,
in Bildmitte das Massiv des Grossen Fiescherhorns (4274m),
dann folgt rechts der Bildmitte der Eiger mit 3970m,
der Mönch, hier noch verschneit mit 4107m
und schließlich die eisbedeckte Pyramide des Jungfraugipfels mit 4158m Höhe.

Wie gesagt, etwa 200 km weit im Süden, beeindruckend, oder ?!


Gustiberg


Von Urbes aus führt ein spannender Weg hinauf zum Gustiberg, quasi dem Hausberg von Urbes. Der Weg beginnt am Camping BeNeLux und führt im ersten Teil entlang des Seebachs mit zahlreichen Kaskaden zu dessen Quellseen unterhalb des Naturfreundehauses. Danach geht es in engen steilen Serpentienen weiter den Berg hoch zur Ferme Gustiberg. Diese wurde in den letzten Jahren renoviert und lädt mit ihrem guten regionalen Angebot zur Einkehr ein.

Urbes selbst spiegelt in seiner Geschichte die wechselvollen Perioden die das Elsass und die Vogesen im Spannungsfeld der Nationalstaaten Deutschland und Frankreich in der Vergangenheit hatten. Als Synonym dafür darf die geplante Eisenbahnstrecke / Tunnelquerung des Bussang dienen. Unter französischer Planung um 1930 begonnen endete das Projekt 1944/45 als Rückzugsort der Rüstungsindustrie mit Zwangsarbeit und Arbeitslager des untergehenden Dritten Reichs.

Zahlreiche Relikte sind heute noch in Urbes und Umgebung zu sehen. Das wohl eindrücklichste davon ist das isolierte Viadukt beim Campingplatz und gleich dahinter Richtung Bussang das Tunnelportal des nie vollendeten Tunnels nach St. Maurice sur Moselle. Die historischen Dokumente dazu sind sehr interessant!


Das „Tourbiere“ von Urbes


„Tourbiere“ ist im Französischem ein Torfmoor. In Urbes gab bzw. gibt es ein „Tourbiere“. Nämlich das des Seebachs am östlichen Talende Richtung Fellering. Der Seebach ist einer der Gewässer, der von der Wasserscheide des Bussang nach Osten, also über die Thur in den Rhein fliesen und nicht wie die östlich des Bussang erst über die Mosel nach Westen und Norden erst in den Rhein münden.

In den Zeiten als die Textilindustrie im Tal der Thur blühte, wurde hier Torf gestochen. Torf hat – im getrockneten Zustand – einen Brennwert wie etwa die Braunkohle. Also ein Brennstoff vor Ort um den Energiebedarf der Industrie mit zu decken.

Heute steht das Gebiet unter Schutz und wird renaturiert. Es stellt heute ein Refugium für seltene Tiere und Pflanzen dar. Wer schon immer eine Grünflügel-Knickente oder den Europäischen Bieber sehen wollte: hier gibt es Beide. Nun wir haben die Beiden bisher noch nicht gesehen.

Wohl dachten wir sehr aufgeregt bei unserem ersten Trail um das Torfmoor, eben einen Biber entdeckt zu haben. Aber wir haben noch Zweifel, ob die Sichtung nicht eher eine Bisamratte oder ein Nutria war. Seht am besten selbst nach. Denn wenn wir die Vergleiche des NABU s ansehen, dann war es wohl doch eher ein Biber.


Egal, zweifelsfrei werden wir das nie wissen. Aber was wir wissen: der Rundweg um das Torfmoor ist klasse und muss man unbedingt machen. Viele tolle Blüten und Pflanzen und Insekten, vor allem Libellen gilt es zu entdecken.


Fliegen ist nicht alles in Elsass 18
Fliegen ist nicht alles in Elsass 18
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Noch ein Tipp für die fliegende Fraktion : obwohl von Oben alles schön grün ausschaut: landen würden wir eher nicht empfehlen. Ist halt doch ein Moor!


Das Tal der Thur

im Kontakt mit der elsässischen Kultur

Das Land und die Leute dort drängen sich nicht auf, eher sind sie etwas reserviert. Als Besucher muss man auf sie zugehen, dann öffnet sich ein kleines Fenster das den Blick öffnet auf Land und Leute.

Die Sonnwendfeuer im Thurtal


Eine Nacht in der das Thurtal leuchtet

Eine Besonderheit des Thurtales sind die „bucher“, auf deutsch: Scheiterhaufen, bezeichnen wir sie netter als Sonnwendfeuer. Jetzt kennen wir das ja auch in Südbaden. Aber die vom Thurtal sind wirklich anders und es lohnt sich, extra wegen den Feuern ins Thurtal zu fahren. 

Die „bucher“ finden immer zur Sommersonnenwende, also am 21.06. oder am Wochenende darauf statt. In den Orten des Thurtales (St. Amarin, Fellering, Kruth, Urbes und noch ein paar andere Örtchen) werden dann Wochen vor dem Event von den jeweiligen Schulabschlussklassen sehr große und kunstvoll gestaltete Holzskulpturen errichtet. In diese wird trockenes Holz gefüllt.
Die „bucher“ sind auf vorgelagerten Hügeln, von denen aus man einen guten Blick ins Tal hat. Wenn man aufmerksam ist, dann sieht man die Holztürme von der Straße aus, die durchs Tal führt.

Eigentlich sollen die Feuer am Samstag brennen. Aber es gibt wohl auch den Brauch, zu versuchen den Holzstoß der benachbarten Dörfer vorher in Brand zu stecken. Um dies zu verhindern, werden die Holzstapel mit Argusaugen bewacht.

Am Sommersonnwendwochenende ist dann die große Party mit Essen, vielen Getränken und guter Mukke. Die Stimmung ist klasse, selbst wenn es dabei geregnet hat. 

Sehr spät abends werden dann die großen Türme von den Mädels und Jungs feierlich angezündet. Von den Jugendlichen eines Jahrgangs haben wir es uns erklären lassen:
Die Jugendlichen die in dem Jahr 18 werden, bauen den „bucher“. Das Holz wird von der Gemeinde- Forstverwaltung bereitgestellt. Ab etwa März eines Jahres beginnen sie mit dem Bau der „bucher“. In einem der Bilder unten in der Galerie findest Du den Jahrgangs 2023, eben des Jahrgangs mit dem wir über ihr Projekt geredet haben. Vier Jungs und drei Mädels haben den Turm gebaut und die Fete dazu organisiert, Respekt!

Und dann geht es ab! Es prasselt, Funken fliegen, es wird heiß und heißer. Ein Kumpel hat mal ausgerechnet, dass man mit dem Holz ein Einfamilienhaus ein Jahr lang beheizen könnte…. Sicherheitsvorschriften interessieren eher wenig, der Weg zum Platz führt in Urbes unterhalb des Turmes entlang. 

Auf jeden Fall sehens- und besuchenswert!

Fliegen ist nicht alles in Elsass 48
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Parc Wesseling


Eine Industriebrache der Textilindustrie neu aufgelegt

In und um Mulhouse entwicklete sich beginnen im 18. Jahrhundert eine enorme Textilindustrie. Dieser Wirtschaftzweig war für die Stadt und deren Umgebung bis nach dem Krieg einer der Hauptwirtschaftszweige. Auch die Gemeinde Husseren-Wesserling im Thurtal profitierte von diesem Boom. Die dortige Textilfabrik beschäftige in ihren guten Tagen über 5.500 Arbeiter. Fährt man heute durch die Gemeinde kann man sich das nicht mehr vorstellen.
Wachsende Konkurrenz vor allem aus Fernost brachte die Textilindustrie ab den 70iger Jahren völlig zum Erliegen.

Die entstandene Industriebrache in Wesserling wurde auf Initiative der Bürger und der Gemeinde in einen Park mit neuem Gewerbecenter, einer großen Gartenanlage und einem Textilmuseum entwickelt.

Die Gartenanlage rund um das ehemalige Schloss besuchen wir häufig. Mit erkennbar bescheidenen Mitteln wird der Garten regelmäßig zu einem wechselnden Themengarten umgestaltet und stellt für die Region eine gern besuchte Attraktion dar.


Fliegen ist nicht alles in Elsass 70
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Das größte Automobilmuseum der Welt

findest du in Mulhouse, das Musée Nationale de l’Automobile, Collection Schlumpf

Fliegen ist nicht alles in Elsass 80
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Mit dem blauen Bugatti Type 35B Grand Prix Racer BJ 1929 begann für die Gebrüder Schlumpf in Mulhouse ihre Leidenschaft für historische Automobile. Der war zuerst einmal nicht historisch, sondern zu der Zeit als die Brüder Schlumpf den Wagen kauften noch ein aktueller Rennwagen. Mit ihm fuhren sie Rennen im Elsass und den Vogesen. Aber es war der Start ihrer Leidenschaft für die Autos ihrer Zeit. Besonders die der elsässischen Firma Bugatti hatte es Ihnen angetan. Sie erwarben teil über sehr verschlungene Wege immer mehr historistische Wagen, die Collection Schlumpf entstand.

In ihrer Leidenschaft für die Automobile wurde auch zunehmend Kapital ihrer Firma eingesetzt, letztlich trieben sie damit ihre Textilfabrik in den finanziellen Ruin. Nach vielen Wirren sorgt sich heute ein regionaler Trägerverein in Mulhouse, l’Alsace um die Sammlung. Das Musée Nationale de l’AutomobileFliegen ist nicht alles in Elsass 118 ist mit über 500 Fahrzeugen das größte Automobilmuseum der Welt. Ein unbedingtes „Muss“ wenn man im Elsass unterwegs ist !


L’Échappée des 1000 Étangs

Im Schatten der Gipfel des Ballon d’Alsace und des Ballon de Servance erstreckt sich westlich dieser Gipfel auf einer Fläche von 220 km² eine kleines Juwel, welches die Gletscher der letzten Eiszeit zurückgelassen haben

Die letzte Eiszeit im Südwesten endete vor etwa 12.000 Jahren. Die Gletscher schmolzen, zurück blieb der Schutt der Gletscher: Moränen. Besonders im Südwesten der Vogesen (Franche-Comté) bildete sich eine wellige Moränenlandschaft. Zwischen den Moränen staute sich das Wasser. Es bildeten sich Moore und stehende Gewässer.

Plateau de Mille Etangs

Etwa ab dem 11. Jahrhundert begannen Mönche damit, sich diese Landschaft zu erschließen. Moore wurden entwässert, das Wasser daraus speiste Teiche und Seen. Diese wiederum wurden durch Kanäle miteinander verbunden und so bildeten die Gewässer die Basis für die intensive Fischzucht. Bis heute blieb eine Landschaft reich an Seeen und Teichen zurück, die oft mit skandinavischen Landschaften verglichen wird. Einen ersten Eindruck der Landschaft vermittelt die Karte rund um Ecromagny.


Von den Flugbergen rund um Fellering aus läßt sich das Gebiet leicht über den Col de Bussang erreichen. Von Bussangaus folgt man der Mosel man nach Le Thillot, wo man das Plateau südöstlich des Moseltals erreicht.

Es ist eher eine ruhige beschauliche Landschaft die man dort erreicht. Landwirtschaft prägt die Gegend. Der Tourismus hält sich noch in Grenzen. Viele der Seen sind noch im privaten Besitz und werden sorgfältig umzäunt. Zwischen den Seen und Teichen schlängeln sich Wege über die die man zu Fuß oder den Fahrrad die Landschaft erschließen kann. Es lohnt sich wirklich.


Fliegen ist nicht alles in Elsass 119
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